Bereitschaftsdienst an Wochenenden und Feiertagen in der Stadt Salzburg

Die ärztliche Betreuung der Bevölkerung der Stadt Salzburg zu Feiertagen und an Wochenenden gehört zu den ureigensten Angelegenheiten der niedergelassenen Vertragsärzte für Allgemeinmedizin. Deshalb obliegen ausschließlich ihnen die organisatorische Kompetenz und die medizinische Verantwortung für hohe Qualität. Eine Einflussnahme von außen, wie etwa durch „Verortung“ in die SALK, ist abzulehnen.

Der Bereitschaftsdienst (BD) ist nicht nur vertraglich vereinbart, sondern ein unverzichtbares Element der medizinischen Betreuung, ein sorgsames Ineinandergreifen von ärztlicher Obhut über die Ordinationszeiten hinaus. Die notwendige ärztliche Sorgfalt steht der überbordenden diagnostischen Extravaganz gegenüber. Getreu dem Motto: „Häufiges ist häufig, Seltenes ist selten“ kann der Arzt die ersten Schritte in der Betreuung gehen und einen reibungslosen Ablauf garantieren. So gut versorgt, ist der Patient rasch wieder in seinem normalen Tagesgeschehen zurück. Notwendige kassenärztliche Verschreibungen werden mitgegeben und ein Bericht an den Hausarzt elektronisch verschickt. Eine lückenlose hausärztliche Betreuung, wie sie sein soll! 

Dieses Modell ist uns Auftrag und Herausforderung zugleich. Durch eine verbesserte Ausstattung der BD-Ordination, eine Neustrukturierung und Übersiedlung in größere Räumlichkeiten werden die Voraussetzungen hierzu geschaffen. Vermehrter Einsatz der diensthabenden Kolleginnen und Kollegen wird notwendig sein, um die angestrebte Qualität zu erreichen und aufrecht zu erhalten. Eine kontinuierliche hausärztliche Betreuung darf sich nicht auf Ordinationszeiten beschränken sondern muss darüber hinaus angeboten werden. Hier den eingeschlagenen Weg neu zu beschreiten, strukturell neu zu ordnen und Verbesserungen einzubringen, ist unsere Verpflichtung den Patienten gegenüber. Ideen müssen diskutiert werden: Einbindung von Fachärzten für bestimmte Bereiche, Anpassung des Wochentagsnachtdienstes, Etablierung einer fixen Anlaufstelle für die PatientInnen und dadurch Entlastung des Klinikarztes und der Ambulanzen. 

Erkrankungen, die nicht im niedergelassenen Bereich betreut werden können, gehören in die Klinik. Eine Überweisung dorthin mit den erhobenen Befunden wird vom BD ausgestellt und auch für den Transport kann umgehend gesorgt werden. Somit ist eine umfassende Betreuung gewährleistet. 

Nicht gehfähige Patientinnen und Patienten werden nach wie vor durch Visiten fahrende Ärztinnen und Ärzte besucht und durchlaufen dieselbe Betreuung. Angepasst an die Patientenströme zeichnen sich bestimmte Zeiten ab, während dieser die BD-Ordination zu öffnen ist. Zu den anderen Zeiten werden vornehmlich Visiten gefahren und administrative Arbeiten erledigt, aber auch Ruhepausen eingehalten. In besonders dringenden Fällen ist eine Betreuung in der BD-Ordination auch außerhalb der Öffnungszeiten gewährleistet. 

Eine Zusammenarbeit mit der Klinik ist wünschens- und erstrebenswert, um die Patientenströme nach Möglichkeit zu steuern und der richtigen Institution zuzuführen. Der Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit ist zu gering und muss gesteigert werden. Die Übersiedlung in neue Räumlichkeiten bietet den Start in den BD-Neu. 

Ich freue mich alle über alle Vorschläge und Anregungen zum Bereitschaftsdienst. eugen(at)zadra.org