ELGA knallhartes Lobbying
MITTWOCH 4. JANNER 2012 42/// DIEPRESSE.COM /// PREIS: 2.00 EURO ///Nr. 19.323***
Es geht bei ELGA um knallhartes Lobbying
,,Nach Klage: Ärzte wollen Stopp von ELGA” von Regina Poll, 3. 1.
Die Unprofessionalität bei der E-Medikation ist zwar kein Ruhmesblatt für den Hauptverband, hat aber mit der Einführung von ELGA so gut wie gar nichts zu tun.
Bei ELGA wird von der Ärztekammer eine Polemik zulasten der Kunden, nämlich der Patienten, betrieben. Es geht der Ärztekammer hier nur um knallhartes Lobbying und Verteidigung von Pfründen: nur ja keine Kosteneinsparungen etwa durch Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen.
Das derzeitige dezentrale System ist im Zeitalter der Informationstechnologie der pure Anachronismus. Es muss wohl jedem einleuchten, dass es für den Patienten wesentlich besser und bequemer ist, seine komplette Krankengeschichte samt Medikamentation zentral abrufbar zur Verfügung zu haben - schnell und ohne meist belastende Doppel- und Mehrfachuntersuchungen.
Das Argument des Datenschutzes lässt sich leicht umgehen: Es können sich die Patienten ja freiwillig an ELGA beteiligen. Dann wird man ja sehen. Und was den Mehraufwand und die Investitionen für die Ärzte betrifft:
Jeder Arzt ist freier Unternehmer und hat sich, wie jeder andere Unternehmer auch, an moderne Marktanforderungen anzupassen. Es ist also wieder einmal der Mut der Politik gefragt, hier etwas im Sinne des Bürgers zu verbessern.
Dr. Thomas Starzer, 8700 Leoben
MEINE ANTWORT AUF DIESEN LESERBRIEF IN "DIE PRESSE" VOM 4.1.12
Selten so einen Schwachsinn gelesen!
ELGA macht nur dann Sinn, wenn zuverlässig alle Gesundheits/Krankheitsdaten erfasst sind. Was ist es wert, wenn der Patient selbst entscheidet, welche Daten er gelöscht haben will? Bei der heutigen Datensicherheit ist die Gewährleistung wirklichen Datenschutzes mehr als fraglich.
Hinter der Ablehnung von ELGA einen Schutz von Pfründen zu vermuten, zeigt von gezielter Polemik und Schüren eines Neidkomplexes.
Ja und noch etwas, immer wenn es ans Bezahlen geht, sind die Ärzte (Kassenvertragsärzte, denn um die geht es ja hier) freie Unternehmer, ansonsten aber gewollte Befehlsempfänger der einzelnen Kassen und des Hauptverbandes, geknebelt durch restriktive Verträge.
Herr Dr. Starzer, halten Sie die Politik draussen aus der Medizin. Politik macht weder gesund noch krank. Die Leistungen im Gesundheitswesen haben immer noch die ÄrztInnen und gemeinsam mit ihnen verwandte Gesundheitsberufe erbracht.
Sollten Sie das nicht glauben, dann gehen Sie das nächste Mal wenn Sie krank sind, zum Politiker Ihrer Wahl.
MR Dr Eugen Zadra, 5020 Salzburg eugen(at)zadra.org




