Interne Notfallsaufnahme und Bereitschaftsdienst
Am 12.12. 2011 fand im Sternbräu eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Interne Notaufnahme und Bereitschaftsdienst“ mit Dr. Thomas Michalski als Leiter der INA des LKA Salzburg statt. Die offene und angeregte Diskussion über Konkurrenzierungen und Synergien haben die Brisanz des Themas bestätigt.
Dr. Michalski hat eingangs die Struktur der internen Notaufnahme und die geplante Zentralaufnahme der Salk erläutert. Zu Überlastung führen nicht die echten Akutfälle, sondern die vielen Selbstzuweisungen von Patienten mit „banalen“ Infekten und chronischen Beschwerden, die problemlos vom niedergelassenen Arzt behandelt werden könnten. Eine diesbezügliche Häufung gibt es besonders unter Patienten mit Migrationshintergrund, da in deren Heimatländern oftmals das Krankenhaus der Erstansprechpartner ist.
Darüber besteht völlige Einigkeit in der Ärzteschaft, niedergelassene Kollegen würden diese Patienten gerne mitversorgen, und tun das auch tagtäglich. Genauso besteht kein Zweifel darüber, dass Dr. Michalski in der INA lediglich die Akutabklärung vornimmt und aktiv zum niedergelassenen Bereich rücküberweist.
Leider kommt es aber durch aggressive Bewerbung der Notaufnahmen, wie z.B. der neuen Notaufnahme im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg, zu einem falschen Trend im Patientenstrom.
Als konstruktive Ansätze zur Verbesserung der Ist-situation haben sich folgende Vorschläge heraus kristallisiert:
- Selbstbehalte in adäquater Höhe bei Selbstzuweisung ohne Erste-Hilfe-Notwendigkeit
- Bewerbung der Bereitschaftsdienst-Telefonnummer 141 in verschiedenen Sprachen, aktive Thematisierung in Migrantenkreisen (z.B. bei Sprachkursen, Ämtern etc.)
- Forcierung des Hausarztmodelles, Aufwertung des Hausarztes als Wegweiser im Gesundheitssystem , egal ob im Akutfall , in der Prävention oder bei chronischen Erkrankungen
- Hinterfragen der Transportstrukturen (Hubschrauber, Rettung)
- Förderung der Lehrpraxis zu rverbesserten Ausbildung der jungen Arztgeneration für die Anforderungen im niedergelassenen Bereich
- Jobsharing-Modelle ausbauen, da Limitierungen und Deckelungen im niedergelassenen Bereich kontraproduktiv für die Erweiterung der Öffnungszeiten
Ich möchte mich bei Dr. Thomas Michalski für die konstruktive Zusammenarbeit und bei den niedergelassenen Kollegen für die lebhafte Diskussion bedanken. Nur wer mitdenkt und mitredet kann auch aktiv mitgestalten.
Dr. Edith Huber kardiologie(at)sbg.at




