Mutterschutz in der Arbeitsmedizin

Alle Frauenarbeitsplätze müssen dahingehend überprüft werden, ob an diesen Arbeitsplätzen Gefahren für werdende Mütter oder stillende Mütter gegeben sind, wenn sie dort arbeiten. Daher sind entsprechende Schutzmaßnahmen vorzusehen, die in der Mutterschutzevaluierung zu dokumentieren sind. 

Welche Fragen werden in der Mutterschutzevaluierung behandelt:
Welche Art der Gefährdung besteht? Wie groß sind die Belastungen und wie lange ist diese Frau den Belastungen ausgesetzt? 

Um welche Belastungen geht es:

  • körperliche Belastungen die durch vorwiegend stehende, gehende oder sitzende Tätigkeit entstehen 
  • Bücken, häufiges Strecken 
  • Stöße und Erschütterungen
  • erhöhte Unfallgefahren 
  • Bewegung schwerer Lasten von Hand 
  • Lärm 
  • belästigende Gerüche, Tabakrauch 
  • ionisierende, nicht ionisierende Strahlung 
  • biologische oder gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe 
  • schädliche Hitze oder Kälte 
  • Alleinarbeitsplätze 
  • psychische Belastungen 
  • Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr (Ausnahmen im Verkehrswesen, Theater, Kino, Krankenhäusern und mehrschichtigen Betrieben bis 22 Uhr erlaubt) oder Überstunden

 

Welche Schutzmaßnahmen gibt es für schwangere Frauen:

  • Vermeidung der obengenannten Belastungen
  • Änderungen oder Verbesserungen am Arbeitsplatz (z.B. Anschaffung einer Hebehilfe)
  • geeignete Ruhe und Sitzmöglichkeiten, Rauchverbot im Bereich des Arbeitsplatzes
  • Überprüfung des Impfschutzes, vor allem bei Arbeitsplätzen mit Infektionsgefährdung
  • Begrenzung der Arbeitszeit auf max. neun Stunden täglich bzw. 40 Wochenstunden
  • Wechsel des Arbeitsplatzes
  • Freistellung durch den Arbeitgeber wenn es im Betrieb keinen geeigneten Arbeitsplatz gibt (Kosten trägt der Dienstgeber)
  • eine Freistellung aus gesundheitlichen Gründen und damit vorzeitiger Mutterschutz kann nur durch den Amtsarzt oder die Arbeitsinspektion bei Vorlage eines gynäkologischen Befundes veranlasst werden.

 

Ich möchte darauf hinweisen, dass die Arbeitsinspektorinnen verstärkt Kontrollen, vor allem in Produktionsbetrieben durchführen und eine genaue Evaluierung nach den oben genannten Kriterien verlangen. 

Schreiben Sie mir ihre Anregungen, Wünsche und Vorstellungen zur Verbesserung der Arbeitsmedizin. 

mitdenken mitreden, mitgestalten elisabeth.berghofer(at)tele2.at