Niederlassung als Vertragsarzt

Was bewegt 239 BewerberInnen (von 242 auf der Liste) sich um eine ausgeschriebene Stelle als Vertragsarzt für Allgemeinmedizin in sehr guter Lage mit großer Patientenzahl nicht zu bemühen? 

Ist es die Angst vor der Verantwortung? 

Plötzlich alleingestellt, alle medizinischen Entscheidungen selbst und ausschließlich allein zu treffen, keine Instanz im Hintergrund, die den Rücken stärkt, das lässt doch zaudern, oder? 

Ist es die Aufgeklärtheit, zu wissen, was an Arbeit und Einsatz abverlangt werden wird? 

Keine geregelte Arbeitszeit, immer in Bereitschaft, Nachtdienst unter der Woche, Bereitschaftsdienst an Wochenenden, 50 bis 60 Stunden pro Woche sind das immer ... 

Habe ich dann noch Zeit für ein Privatleben? 

Leidet meine Familie, verlaufen sich die Freunde, bin ich noch im Stande, Freizeit zu haben und/oder zu genießen? 

Ist es die wirtschaftliche Belastung? 

Die Übernahme kostet Geld, Neueinrichtung kostet Geld, Mieten sind teuer, das Einkommen vielleicht ungewiss, Schulden lasten schwer ... 

Will ich gar nicht so viel arbeiten? Ist es nicht besser, eine kleine private Praxis zu haben, wenige Stunden am Tag zu ordinieren und eine ärztliche Nebenbeschäftigung als Schularzt, Arbeitsmediziner, Gutachter anzustreben? 

Kann ich nur an einer bestimmten Adresse tätig sein? 

Eine Veränderung innerhalb des Bundeslandes oder innerhalb der Stadt ist zu aufwendig, die Fahrzeiten sind zu groß? 

Ist die Balance zwischen Abhängigkeit von Krankenkassen und der eigenen Entscheidung zu schwierig? Muss ich womöglich Rede und Antwort stehen? 

Werde ich, wenn es um Entlohnung geht, immer als „Kassenangestellter und abhängiger“ Arzt und wenn es um Leistung erbringen geht immer als „selbständiger“ Arzt betrachtet? 

Viele Fragen mehr ... 

Ich weiß es nicht! Sagen Sie es mir! Was bewegt Sie, sich nicht zu bewerben? Warum stehen Sie auf der BewerberInnenliste? 

Reden wir darüber! Setzen wir uns zusammen hin und klären das. Bewegen wir etwas!  eugen(at)zadra.org